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Reisefotografie - Reiseberichte - Tauchreisen - Unterwasserfotografie |
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Reisetagebuch Cocos Island 2011
Mittwoch 16.Februar 2011 Heute gegen Mitternacht geht der Flieger, da lohnt sich ein Hotel eine Nacht vorher nicht. Aus diesem Grund fahren wir direkt zum Frankfurter Flughafen. Wir, das sind mein alter Kumpel Heinz und Ich, und wir wollen auf eine Tauchsafari zu der Cocos Insel vor Costa Rica. So gegen 15.oo Uhr bin ich bei Heinz, lade ihn ein und dann fahren wir nach Frankfurt. Es ist nicht viel los auf der Autobahn, so sind wir in 3 Stunden bereits da. Auto in die Tiefgarage und wir gehen erst etwas essen und setzen uns dann in die Lounge (wir fliegen ja Business Class). Gegen Mitternacht sitzen wir dann im Flieger und los geht´s … Donnerstag 17.Februar 2011 Nach knapp 15 Std. in dem Flugzeug - inkl. 1 Std. Aufenthalt in Santo Domingo - landen wir gegen 7:oo Uhr früh in San Jose, Costa Rica. Ein Bus bringt uns zum Alta Hotel, dort müssen wir noch 1-2 Std. warten, da unsere Zimmer noch nicht frei sind. Wir testen also schon mal das Restaurant und sind sehr angetan. Überhaupt ist das Hotel sehr schön, auch architektonisch; es hat etwas von einem alten Schloß oder einer Kathedrale. Unser Zimmer liegt im 2. OG, was bei der Bauweise des Hotels fast ebenerdig zu erreichen ist; es liegt an einem Hang rund 880m über der Stadt. Entsprechend ist der Blick über die Stadt inkl. Sonnenuntergang - das Hotel gefällt uns sehr. Früh ins Bett, der Tag war lang.
Freitag 18.Februar 2011 Heinz möchte sich noch ein paar Sandalen kaufen, also fahre ich mit ihm im Laufe des Vormittags in die Stadt. Als wenn die nur auf ihn gewartet haben - eine lange Fußgängerzone und fast ausschließlich Schuhgeschäfte! Eines neben dem anderen; was machen eigentlich, wenn die mal etwas anderes kaufen möchten? So gab es z.B. keinen Supermarkt… Nun denn, nach viel Auswahl ersteht er ein Paar und wir gehen zum Mittagessen in ein Restaurant; das heißt "Patio" und sieht auch so aus… Es gibt Steak mit Gemüse und Kartoffelspalten, nichts aufregendes, aber gut gemacht. Danach noch etwas in der Fußgängerzone herum geschlendert, in einem Hotel draußen gesessen und einen Wein getrunken, dann mit einem Taxi zurück zum Alta Hotel. San Jose - als Stadt wie schon überall im Internet nachzulesen, nichts sagend und langweilig. Nochmal muss man da nicht hin. Abends noch auf der Terrasse gesessen und en Sonnenuntergang über dem Tal mit San Jose bestaunt, etwas fern gesehen und dann eingeschlafen. Samstag 19.Februar 2011 Heute ist der große Tag - es geht auf das Schiff. Gegen 13:oo Uhr kommen zwei Autos, ein kleinerer Bus für 20 Leute und ein kleiner Lieferwagen nur für das Tauchgepäck. Mit uns sind im Hotel noch eine Gruppe Amerikaner eingetroffen, wir werden auf dem Schiff 20 Leute sein. Ron (von unserer Galapagostour "you get what you paid for") steigt als letzter zu, er wohnte im Indigo Hotel in San Jose. Dann fahren wir knapp 2 Std. nach Puntarenas, dort liegt die "Wind Dancer" im Hafen. Wir hatten zwar die "Okeanos Agressor" gebucht, die liegt aber in der Werft und ersatzweise wird die "Wind Dancer" eingesetzt (die Dancerfleet ist vor kurzem von der Aggressorfleet gekauft worden). Kaum sind wir auf dem Schiff, legt es auch schon ab und die lange Anfahrt nach Cocos Island beginnt. Geplant ist eine Fahrzeit von 36 Std., also die Nacht, den kommenden Tag und die Nacht, dann sind wir da. Als erstes werden die Zimmer eingeteilt; wir haben einen Suite gebucht, was sich als Glücksfall erweist. Das Schiff ist zwar auch recht schön, kann aber mit der "Galapagos Aggressor" bei weitem nicht mithalten. Die normalen Kabinen sind klein, eng und fensterlos, es gibt nur eine gemeinsame Klimaanlage für alle Kabinen. Nach einer Stunde kommt eine Alarmübung, zu der wir uns alle im Salon treffen. Die Mannschaft stellt sich vor und uns werden die ersten Verhaltensmaßregeln erzählt. Ist ähnlich wie auf der "Galapagos Aggressor". Das Abendessen war schon mal sehr gut, dann noch etwas herumgesessen und unterhalten, aber recht früh ins Bett.
Sonntag 20.Februar 2011 Montag 21.Februar 2011 Wir hängen in der Chattombay an einer Mooringleine und haben kräftigen Schwell - leider seitlich, so dass wir im Bett immer hin und her geworfen werden. Ab jetzt gelten auch härter Zeiten: Frühstück um 7:oo, erster Tauchgang um 8:oo, nächster TG um 11:oo, dann Mittagessen. Dritter TG um 15:oo, Nightdive um 18:oo. Danach Abendessen. Wir sind ja schließlich nicht zu unserem Vergnügen hier… Bei der Freigabe des Bleis war ich etwas spät informiert, die wohl proportionierten Amerikaner hatten sich schon alle reichlich eingedeckt, so dass der Guide noch Blei von einem anderen Schiff holen musste - das Blei auf unserem Schiff reichte nicht. Ich bekam also das was übrig war und damit leider keine gleichmäßige Verteilung und war links etwas schwerer als rechts; entsprechend blöd war meine Haltung im Wasser… ein Preis war damit nicht zu gewinnen. Später fand Heinz zufällig bei einem Amerikaner in der Box zwei genau passende Bleistücke, der hat der einfach vorsorglich gesammelt aber nie benutzt… sie wechselten dann als niemand guckte den Besitzer… nun war ich gleichmäßig tariert und es konnte losgehen. Checkdive war in der Chattambay, ein kleiner Korallengarten. Die Sicht war schlecht, viele Schwebeteilchen. Ein paar Weißspitzenhaie umkreisten uns neugierig, viele Kofferfische, Muränen, Riffbarsche etc. - die üblichen Verdächtigen in einem Korallengarten halt. Unspektakulär, aber für einen Blei- und Kameracheck ok. Der nächste Tauchgang war bei dem Platz Manoulito II. Ein paar große Rochen tollten herum, der Guide wollte einen Preis gewinnen und schwamm wie gehetzt vorne weg… wir ließen ihn ziehen… Beim dritten Tauchgang des Tages - wieder Manoulito II - gab es einen Kurzbesuch eines sehr großen Hammerhais und wieder ein paar große graue Stechrochen. Sicht 5m bis max. 10m…hm, nicht so pralle. Meine Kamera hatte plötzlich 2 große Wassertropfen von Innen auf der Domscheibe… I was not amused. Es wurde aber nicht mehr, so tauchte ich halt weiter, immer einen ängstlichen Blick auf den Dom werfend. Später an Bord habe ich den Fehler gefunden (es war wahrscheinlich derselbe wie schon mal auf Bali): der innen aufgesteckte Hebel zur Objektiventriegelung stieß gegen die Gehäusewand und verkantete dadurch etwas die Achse. Dadurch saß die nicht mehr gerade im O-Ring und der ließ etwas Wasser durch. Beide Hebel, außen und innen, waren nur aufgesteckt. Ich habe sie abgemacht und dem Meer vor Cocos übergeben… dank dieses Opfers hatte ich fortan Ruhe und ein dichtes Gehäuse. Joe hatte
mehr Pech, er verlor eine seiner beiden Kameras an einem Tauchplatz. Er hatte
vorsichtshalber schon zwei mit… das war schon sehr weise. Der Nachttauchgang war witzig. Wir tauchten in Mitten eines großen Rudels von jagenden dummen Weißspitzenhaien, die wie blöd über den Grund wuselten und meist nichts fanden. Diese Szene ist bekannt aus dem Naturfilm der BBC, nur waren wir hier live dabei. Ein riesiger Seidenhai kam kurz vorbei und beäugte uns, Nachts besonders interessant, weil er urplötzlich aus der Dunkelheit vor einem auftaucht, nur das er uns mit seinen Sinnesorganen schon lange "sieht" während wir noch sprichwörtlich im Dunkeln tappen. Ich möchte gar nicht wissen, wer uns da im Verborgenen der Nacht noch alles so sieht… Das Schiff versetzte noch zu einem ruhigeren Platz in die nächste Bucht (Wafer Bay); bei dem Schwell in der Chatham Bay kann sonst niemand vernünftig schlafen. Das Abendessen hatten wir uns verdient.
Dienstag 22.Februar 2011 Strömung war gut, like Galapagos (nicht ganz so heftig, gut zu managen). Gleich zu Anfang Hammerhaie in Mengen. Dazu große Blaupunktmakrelen, Schwärme kleinerer Makrelen, Lobster, Weißspitzenhaie und eine Schildkröte. Die Sicht war besser vielleicht so 10m bis 15m, allerdings mit kalten Zwischenströmungen, wo das Wasser derart flimmerte, das man nichts sah. Aber ein schöner Tauchgang, es wird langsam besser. Beim zweiten Tauchgang passierte es dann mir… ich hielt während der Fahrt meine Maske zum Spülen außenbords und hielt sie nicht fest genug… Schwupps, war sie weg. Ich musste also diesen Tauchgang auslassen; zum Glück hatte ich eine Ersatzmaske mit scharfen Gläsern auf dem Schiff, sonst wäre wohl der ganze Resturlaub wegen Blindheit ins Wasser gefallen . Der letzte Tagtauchgang war bei einem Platz namens Paraja. Absolut nichts los, konnte man voll vergessen. Dafür haben wir zum wiederholten Male 20 Min. im offenen Meer treibend auf das Boot gewartet; die Dinghifahrer auf Galapagos waren da um Klassen besser. Abends beim Essen eine Überraschung, ein Amerikaner hatte angeblich 50. Geburtstag. Seine Frau hatte alles schon organisiert, mit schwarzen Luftballons, Servietten mit einer 50 drauf… alles perfekt vorbereitet. Wir hatten alle unsere Tauchlampen mit. Als er reinkam, ging das Licht aus und wir wedelten alle mit den Lampen. Es gab eine große Geburtstagstorte. Peinlich war dann nur, als herauskam das sein echter 50. Geburtstag erst in 2 Wochen war… aber seine 130kg Lady wollte das halt schon auf dem Schiff feiern. Auch ihm war das sichtlich peinlich, aber seine Lady duldete definitiv keinen Kritik… er tat uns irgendwie Leid (aber die Torte war gut…). Mittwoch 23.Februar 2011 Genial auch zwischen den Tauchgängen die Verpflegung: kaum ist man aus dem Wasser, werden große Platten mit frischem Obst aufgefahren; Obst wie wir es in Deutschland so nicht kennen. Bei uns kommt alles mehr oder minder grün an und reift in künstlicher Atmosphäre. Dieses Obst hier ist quasi frisch vom Baum… und so schmeckt es auch. Ich vertilgte auf der Fahrt Unmengen davon, so etwas leckeres gibt es bei uns einfach nicht - wer weiß schon, dass es 16 verschiedene Sorten von Mangos gibt? Hier gab es die alle… dazu Papaya, Ananas usw. usw. Heute ging es beim ersten Tauchgang nach Alcyone, benannt nach dem zweiten Expeditionsschiff von Custeau. Das war schon like Galapagos… heftigste Strömung, wo der Guide froh war, mit uns einige erfahrene Taucher dabei zu haben. Die zweite Gruppe (das zweite Dinghi) bestand aus unerfahrenen Amerikanern, die dort völlig überfordert waren. Für die fiel der Tauchgang dort dann auch aus. Wir hatten aber aus Platzgründen auch ein Paar davon mit, doch davon später mehr… Der Tauchplatz ist ein Felsen im freien Meer in ca. 30m Tiefe, darüber ist nichts, nur ein Seil und zwei Bojen. Es ging an dem Seil runter bis auf ca. 33m. Mühsam zogen wir uns gegen die Strömung waagerecht hängend herunter. So ungefähr in der Mitte kommen einem da die seltsamsten Gedanken "was mache ich hier eigentlich, warum tue ich mir das an, warum kehre ich nicht einfach um und genieße den Tag…" - ok, forget it, weiter… Als ich unten war, hatte ich noch 150 Bar! In der Flasche, einige Mittaucher sogar noch weniger. Das war schon heftig… dann zieht man sich an den Felsen gegen die dort unten immer noch recht kräftige Strömung zu einem Kanal - Handschuhe sind Pflicht. Die anderen überquerten ihn, ich blieb an der Ecke sitzen, klemmte mich zwischen zwei kleine Felsen und ließ sie ziehen… die mussten eh alle auf dem Rückweg wieder an mir vorbei. Oberhalb war eine Putzerstation für Hammerhaie, die ich jetzt für mich alleine hatte. Die Sicht war zwar wieder mies, aber es war ok so. Massen von Hammerhaien zogen vorbei, ein super Anblick, der leider durch die sehr schlechte Sicht getrübt wurde und für keine guten Fotos sorgte…
Bei 70 Bar machte ich mich auf den Rückweg zum Seil. Dort irrte ein einsamer Ami rum und zuckte mit den Schultern; er suchte wohl seinen Buddy oder wusste gar nicht, wo er war und was er dort soll. Ich sah auf sein Finimeter und deute ihm, mir zu folgen. Er hatte noch 50 Bar, was in dieser Situation schon ziemlich grenzwertig war. Joe, Winni und Heinz kamen auch gerade um die Ecke und so machten wir uns auf den Weg nach oben… bis auf ca. 10m, da war das Seil zu Ende. Ein Schwimmkörper war durch die heftige Strömung abgerissen, ein Schwimmkörper war noch dran und das Seil lag durch die Strömung fast waagerecht im Wasser und endete auf 10m. Ich sah die Anderen kurz an und zeigte an, ich zähle bis 3 und dann lassen wir los und machen in der Strömung einen freien Aufstieg inkl. 3 Min. Pause. No other chance… alle geben das OK-Zeichen, gesagt, getan, bei 3 losgelassen und ab… wie schon auf Galapagos war es übel, die Höhe zu halten, also verkürzten wir den Stopp auf eine Minute in 3m Tiefe… wie gesagt, der Guide war froh, uns bei diesem Tauchgang dabei gehabt zu haben und nicht das andere Boot. Er war selber sehr mit sich beschäftigt und auch nicht unser Aufpasser, sondern Guide. Er entschuldigte sich auf dem Schiff dann für den Tauchgang und die Strömung und war erstaunt, das wir meinten, das sei der beste Tauchgang bisher gewesen… und wir meinten das Ernst… that´s what we paid for, man… Wieder auf dem Schiff eine absolute Überraschung: Joes verlorene Kamera war wieder da. Jemand hatte sie an dem Tauchplatz, wo er sie verloren hatte, im Meer treibend gefunden. Eine Stecknadel im Heuhaufen ist da einfacher zu finden, als ein kleines durchsichtige Plastikgehäuse im weiten Ozean. Wir waren ziemlich platt, das war einfach unglaublich. Der zweite Tauchgang des Tages war einfacher: Manoulito. Schlechte Sicht, wenig Strömung, man konnte schemenhaft ein paar Hammerhaie und einen Manta erkennen, das war´s denn auch. Der dritte Tauchgang wieder am Dirty Rock. Diesmal absolute Spitze. Wir (mein Buddy und ich) folgten nicht dem Expresszug des Guides, sondern legten uns ziemlich früh in 30m auf einen kleinen Felsen vor einem Kanal. Es kamen Hammerhaie im Massen, irgendwann kamen mir die Schrammen und Flecken bekannt vor; es waren immer die Selben, die einfach um den Felsen (und uns) im Kreis herumschwammen. Logisch, der Felsen war oben platt und eine Putzerstation der Hammerhaie; der Kanal quasi das Wartezimmer… Dazwischen einen große Schildkröte. "Mein" Amerikaner von Alcyone (der Einsame an der Mooringleine) hielt sich jetzt dicht bei mir auf, ich hatte plötzlich einen richtigen Fan… und der Guide merkte wohl langsam auch, dass ihm niemand so richtig folgte, kam zurück und filmte uns, dafür zeigte ich ihm die Schildkröte… passt scho. Beim Auftauchen zeigte mir Ron noch seinen geliehenen Armbandcomputer und fragte, ob er auch auftauchen sollte… ich war fassungslos, weil das Teil nicht die Luftmenge anzeigt, sondern die restliche Grundzeit; er war der Meinung, wenn der Computer noch 20 Min. Restzeit anzeigt, könne er auch so lange unten bleiben… im Prinzip schon, wenn die Luft reicht? Dafür hatte er ja seinen Finimeter… und der stand auf 40 Bar in 30m Tiefe am Ende des Tauchgangs… also habe ich mir Ron geschnappt und bin mit ihm hoch, alles ging gut. Einen Tag vorher hatte Joe schon mit einem Amerikaner einen Notaufstieg, weil dem, zum Glück erst beim Sicherheitsstopp, schlichtweg die Luft wegblieb. Dazu passte auch, dass bei der üblichen Abfrage des Guides nach jedem Tauchgang nach Tiefe und Zeit sagte doch eine der Amerikanerinnen sagte, das wüsste sie nicht, dafür ist ihr Mann zuständig, der Guide solle den fragen… der verdrehte nur die Augen und war sichtlich sprachlos. Ok, zurück zum Schiff: den Nachttauchgang lasse ich auch heute wieder aus, irgendwann mache ich noch mal einen mit, aber so richtig reizt mich das nicht, da es immer der gleiche Platz mit immer den selben Darstellern ist. Obwohl, im Nachhinein betrachtet war das ein Fehler; wenn ich mir so die Videos meines Buddies mit den wuselnden Riffhaien anschaue… wenn man schon so weit gefahren ist, sollte man seinen inneren Schweinehund überwinden und alles mitmachen. Ok, nächstes Mal, man muss ja auch einen Grund haben, wieder zu kommen… Donnerstag 24.Februar 2011 Der Hammer war dann Dos Amigos Pequna. Relativ gute Sicht und Hammerhaie in Massen. Ich hatte Heinz erzählt, dass ich die Hetzerei nicht mitmachen wollte, sondern mir einen Platz suchen und warten; nicht zu tief, da ich vor hatte, dort den ganzen Tauchgang auf dieser Tiefe zu bleiben. Er war einverstanden. So fanden wir gleich zu Anfang einen guten Platz auf 20m und hockten uns hin. Und es kamen die Hammerhaie in Massen. Zwischendurch kam die Tauchgruppe und verweilte kurz, da blieben die Haie weg. Kaum waren die Bubblemaker weitergezogen, kamen die Haie wieder und umkreisten uns immer enger…war schon irgendwie aufregend und vor allem Respektvoll. Einen Hammerhai formatfüllend mit einem Fisheye Objektiv aufnehmen bedeutet eine Annäherung auf rund 1 m bis 2m… solange man durch den Sucher schaut ist das nicht so dramatisch, aber nimmt man mal die Kamera vom Auge, erstaunt einen die Nähe der Tiere schon. Die waren aber deutlich sichtbar nur neugierig, beäugten uns und schwammen dann weiter, ich war da nicht unglücklich drüber…. Den dritten Tauchgang wollten wir wieder dorthin, aber aus Sicherheitsgründen? zu weit… es ging wieder zum Dirty Rock… den hatten wir schon und es war diesmal einfach schlecht dort. 5m Sicht, kaum Fisch, nix los. Nach 35 Min. brach ich den Tauchgang ab, Heinz und Ron schlossen sich an und wir tauchten auf.
Freitag 25.Februar 2011 Als zweiten Tauchgang hatten wir Shark Fin, ein kleiner Felsen, der über Wasser aussieht wie eine Haiflosse. Den kann man bequem umrunden und da gibt es alles: Mengen von Hammerhaien, Muränen, riesen Makrelenschwärme - ein super Platz. Der Platz besteht hauptsächlich aus einem Felsen mit einem kleinen daneben; durch einen schmalen Kanal getrennt. Der riesige Schwarm Makrelen stand über dem kleinen Felsen; lt. Guide ist er, wenn vorhanden, immer an dieser Stelle. Der dritte Tauchgang holte uns dann wieder auf den Boden der Tatsachen zurück; The Channel oder so… zwischen Cocos und einem kleinen Felsen durch einen engen Kanal getaucht, dann immer an der Inselwand entlang. Unter jedem zweiten Felsen eine riesen Muräne, viele Whitetips, sonst stinklangweilig. Am Abend kamen noch Leute von der "Undersea Hunter" zu uns aufs Schiff. Die hatten ein Mini U-Boot dabei, hielten darüber einen Vortrag mit vielen bunte Bildern und boten uns Fahrten damit an. Entweder bis 100m, 250m oder rund 400m Tiefe. Für die 400m Fahrt wollten die aber US$ 1800.- pro Person (2 Personen konnte das Boot mitnehmen). Ich hatte schon vorher in Deutschland Leute gesprochen, die das Geld investiert hatten und mir alle dringend davon abrieten; man kann etwas sehen, aber sicher ist das nicht. Meist sind diese Fahrten sehr unspektakulär und dafür dann einfach zu teuer. So verzichtete ich, wie auch alle anderen, darauf. Man muss nicht alles haben… Samstag 26.Februar
2011 Der Zweite Tauchgang führte uns nach Shark Fin. Sehr entspannend, die üblichen Hammerhaie, aber sehr rar und weit weg. Viele Muränen, beim Auftauchen wieder ein großer Makrelenschwarm, der mich voll aufnahm - super Bilder gemacht. Nach dem Mittagessen (lecker Lasagne) fuhren wir auf die Insel zur Rangerstation. Dort zeigte man uns die Station und die Brücke, die aus gefundenen Fischernetzen gebaut wurde. Angeblich ist das Fischen hier komplett verboten, aber die Ranger haben nur ein paar winzige Boote mit wenig PS, die auch nicht so richtig seetüchtig sind… dazu keine Bewaffnung und sicher auch keine großen Ambitionen - leben sie doch hier bezahlt im Paradies, und da musste man ja bekanntlich auch nicht arbeiten. Mehrere Hütten, eine große Hütte mit Zimmern, großer Küche, Aufenthaltsraum, Satelliten-TV, Internet und Handynetz (WLAN und Handynetz reichen teilweise bis zum Schiff). Ab und zu mal zum Tauchen raus und Netze einsammeln. Was sollen die sich da unnötig mit vielleicht bewaffneten ausländischen Fischern herumschlagen… so beschränken sie sich auf das Sammeln von verlorenen Netzen und Langleinen; die richtigen Raubfischer, die hier am Horizont ab und zu auftauchen, bleiben unbehelligt. Auch das Finnen von Haien sowie Langleinenfischen wird häufig praktiziert. Wir haben einige Haie mit einem Haken im Maul (plus ein paar Meter Leine) unter Wasser gesehen. Nach dem Landgang wieder aufs Schiff, es ging sofort los zu einem Tauchgang nur für uns vier (die anderen sind alle zu Fuß einen rutschigen steilen Weg den Berg hoch zu einem Wasserfall; bei brütender Hitze und fast 100% Luftfeuchtigkeit - man muss nicht alles mitmachen…). Der Capitan hatte nicht so die richtige Einstellung und wollte uns in einem easy-Tauchplatz absetzen (Manoulito Garden), wo nichts los war. Wir wollten um die Ecke (Manoulito Deep), er brachte uns da missmutig hin. Dann der Hammer: wir (Joe, Heinz und ich) tauchten vorneweg, der Capitan mit Winni hinterher. Unten angekommen sah Winni sich um und war plötzlich ganz alleine dort; der Capitan ist ohne ein Zeichen zu geben einfach wieder hoch, weil er angeblich Probleme mit den Ohren hatte… irgendwann erreichte Winni uns dann auch, aber nur, weil wir umgekehrt waren und ihn auf dem Rückweg zwangsläufig trafen… Ok, Winni hat genügend Tauchgänge auf dem Buckel um da auch alleine klar zu kommen, wir waren alle dort schon teilweise alleine getaucht und hatten den Buddy mit anderen ziehen lassen - aber das war gewollt und freiwillig. So ein Verhalten von einem Guide ist aber einfach unmöglich. Er kennt Winni nicht, da muss er sich mindesten mit ihm verständigen. Joe hatte an diesem Tauchplatz richtig viel Glück: nur rund 15m von uns entfernt schwamm er einige Minuten mit einem großen Tigerhai herum und filmte den ausgiebig. Wegen der schlechten Sicht konnten wir Joe die ganze Zeit schemenhaft sehen, aber nicht den Tiger, der nur 5m weiter war… schade an sich. Wieder an Bord kam noch unser Guide Carlos und bat mich um ein paar Zeilen für den Facebook-Eintrag der Wind Dancer; ok, ich gab mir Mühe und habe alles gelobt… dafür kamen auch ein paar meiner Bilder auf die Homepage im Captains Log. Sonntag 27.Februar
2011 Die ersten beiden Tauchgänge führten uns wieder zu Alcyone. Beide Male fast keine Strömung - was hat es uns da beim ersten Mal zerrissen… Viele Hammerhaie und Whitetips, vereinzelt Galapagoshaie, sehr viele Marble-Reys und Oktopusse, aber kein Tigerhai. Trotzdem der mit Abstand beste Platz hier auf Cocos. Der letzte Tauchgang war dann bei Manoulito Garden. Ein Korallengarten mit viel Kleinkram, Fischschwärmen, drum herum im Blauwasser die Hammerhaie, aber auch diesmal kein Glück mit dem Tigerhai. Nach dem Mittagessen wurde ein Panga auf dem Oberdeck verstaut (das zweite blieb bei den Parkrangern auf Cocos) und dann ging die Rückfahrt los. In 36 Stunden sind wir wieder in Puntarenas, Costa Rica.
Montag 28.Februar
2011 Dienstag 1.März
2011 Morgens noch etwas Frühstück, dann die große Verabschiedung. Der Busfahrer war etwas stinkig, weil wir auf der Hinfahrt alle gesagt hatten, das wir auf der Rückfahrt einen 2-stündigen Abstecher zu einem Nationalpark machen wollen - er hatte sich schon auf den Zusatzverdient gefreut (die Fahrt sollte rund US$ 65.- /Person kosten x 20…) - nun wollten wir alle nicht mehr. Aber er machte das Beste daraus und erzählte uns während der Fahrt, was es rechts und links so zu sehen gibt und auch sehr viel allgemein über das Leben in Costa Rica. Der übliche Stopp bei einem großen Souveniershop, aber trotzdem war es sehr informativ, so hat er sich dann den obligatorischen Tipp auch redlich verdient. Im Hotel gegen Mittag angekommen. Am Nachmittag sind wir dann zu einer großen Shopping-Mall in der Nähe gefahren um eine Reisetasche zu kaufen; unser beider Gepäck war über 32 kg pro Stück, das musste etwas verteilt werden… Das Einkaufszentrum war riesengroß und es gab fast nur teure Designerläden. Es scheint hier nur zweierlei Menschen zu geben: stinkreich oder bettelarm. Preise wie in Deutschland, viele Sachen (gerade Unterhaltungselektronik und Computer) teilweise 3x so teuer wie bei uns. Autos nur groß und teuer, Mercedes, BMW und riesige japanische SUVs sind normal - dafür steht vor jedem Eingang des Einkaufszentrums ein Wachmann mit einer doppelläufigen Pumpgun; alle Häuser, auch die ärmlichste Hütte, ist bis zum obersten Stockwerk vergittert und teilweise mit Stacheldraht verziert… die Bettelarmen wollen wohl ab und zu auch was vom großen Kuchen abhaben und scheinen bei der Wahl ihrer Mittel nicht gerade wählerisch zu sein … trotzdem fühlten wir uns nicht unwohl oder auf unseren Spaziergängen bedroht; irgendwie ein komisches Land, wir konnten es alle nicht so richtig einschätzen. Mittwoch 2.März
2011 Donnerstag 3.März
2011 Freitag 4.März
2011 Alles in allem ein sehr schöner Tauchurlaub, wir waren alle super zufrieden.
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