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- Tauchen und Tauchplätze auf Galapagos-

 


Tauchen auf Galapagos ist ein absolutes Highlight im Leben eines jeden begeisterten Sporttauchers. 


Es gibt hier zwei Möglichkeiten, die Unterwasserwelt zu erkunden: mit einer Safari oder mit Tagestouren von Land aus. Die Tagestouren führen aber nicht zu den absoluten Höhepunkten von Galapagos, Darwin und Wolf, sondern beschränken sich auf Tauchplätze, die mit kleinen Booten, oft Zodiacs, in kurzer Zeit bequem erreicht werden können. Diese Plätze liegen alle im Hauptarchipel von Galapagos, während Wolf und Darwin gut 260km nördlich der letzten bewohnten Insel liegen.


Trotzdem sind die Tauchplätze deswegen nicht weniger schön, nur kann man hier natürlich mehr Pech haben und überhaupt nichts zu sehen bekommen, was einem bei Darwin und Wolf selten passieren dürfte.

Zum Tauchen selber: es gibt einige Regeln, die der Guide vorgibt. So sind Tauchgänge tiefer als 30m nicht erlaubt, die Tauchplätze sind aber auch so gewählt, das man da auch nicht viele Möglichkeiten hat... Die Guides haben eine umfassende Ausbildung und kennen sich besten mit den Verhältnissen aus. Da sie auch meist schon recht lange in dem Beruf tätig sind und viele Taucher aller Nationen und Erfahrungsstufen erlebt haben, sollte man ihren Briefings unbedingt Folge leisten.

Wer bei einer Safari mit fährt, wo bis zu 4 Tauchgänge pro Tag gemacht werden, sollte unbedingt auf Nitrox umsteigen. Vier Tauchgänge, alle auf 25m bis 30m mit langen Grundzeiten, sind mit normaler Pressluft zwar kein Problem - wenn man Lust hat, eine länger Dekopause irgendwo langweilig rum hängend zu absolvieren - aber genau das ist hier das Problem. Bedingt durch die oft sehr starken und schnell wechselnden Strömungen kann an einigen Plätzen eine Dekopause nicht korrekt durchgeführt werden. Mit Nitrox hat man auch beim 4. Tauchgang des Tages noch keine Deko! Tauchen ohne Nitrox ist hier unverantwortlich.

Auch bei Tagestouren ist Nitrox nicht verkehrt, da man auch hier sehr schnell auf Tiefe geht und dann dort recht lange verweilt - da ist auch schon der zweite Tauchgang schnell in der Deko; mit Nitrox auch hier kein Problem. Es gibt zwar auf Santa Cruz eine Dekokammer, aber man muss das Schicksal ja nicht herausfordern...      

Wer ohne eigene Ausrüstung anreist, kann sich alles leihen. Die Leihausrüstungen, die wir so gesehen habe (in Basen in Santa Cruz und auf der Aggressor II) waren alle in sehr gutem Zustand. Wer mit eigener Ausrüstung kommt, muss zwingend einen DIN-INT Adapter dabei haben - den gibt es sonst nirgends zu leihen!

Ansonsten steht hier im laufenden Text der Tauchplatzbeschreibungen genug über das Tauchen auf Galapagos drin.
 



Tauchsaison
Es gibt keine spezielle Tauchsaison, auf Galapagos kann ganzjährig getaucht werden. Es gibt zwei Hauptzeiten, die "warm season" von Dezember bis April und die "cold season" von Mai bis November. In beiden Fällen sind die jeweils ersten und letzten Monate Übergangsmonate, da gibt es von beiden etwas.

In der "cold season"  liegt die Chance, bei Darwin Island Walhaie zu sehen, bei fast 100%. Auch die Sichtweiten werden besser, dafür ist das Wasser etwas kälter; der Unterschied ist aber marginal (max. 25° anstatt 26°).  

In der "warm season" geht die Chance auf Walhai-Sichtung auf 50% runter, dafür kommen in dieser Zeit die Rochen in Massen (Mantas, Mobula, Adlerrochen). Die Sichtweiten sind z.T. etwas schlechter.


Zuvor ein paar generelle Bemerkungen über die Tauchspots "Wolf" und "Darwin":

Strömung:
die Strömung ist hier sehr variabel und ändert sich auch schon mal während eines Tauchgangs. Normalerweise kommt sie aus Südost, sicher ist das aber nicht. Auch gibt es hier wechselnde Auf- und Abwärts gerichtete Strömungen. Im Süden der Insel Wolf kann die Strömung eine für Taucher gefährliche Stärke erreichen. Wir hatten bei einem Tauchgang eine Strömung, die einem die Maske vom Kopf riss sowie die Stahlfedern (Spring Straps) der Flossen von den Füssen! Beides musste etwas härter eingestellt werden. Bei Kopfhaube das Maskenband besser in die Haube; kommt die Strömung mal von vorne geht sie in die Haube und bläht die auf... damit wird die Maske, bei der die Bänder außen auf der Kopfhaube liegen, sofort und dauerhaft geflutet.

Beim Auftauchen hatten wir eine Abwärtsströmung, so mussten wir trotz prall gefülltem Jacket noch mit den Flossen nachhelfen, um hoch zu kommen; mitten im Auftauchen änderte sich die Strömung in aufwärtsgerichtet und wir schossen nach oben...also schnell Luft ablassen. Das wechselt durchaus im Minutentakt... an einen vernünftigen Dekostop ist hier nicht zu denken. Der Luftverbrauch zum Auftauchen ist auch größer als gedacht, weil sehr viel Luft dabei verbraucht wird für den obligatorischen 3 Min Stop die Höhe zu halten. Das Austauchen sollte also schon bei 80 Bar eingeleitet werden; obwohl es einfach nur senkrecht rauf geht, kommt man mit manchmal nur 30 Bar oben an... das Meiste ist beim Tarrieren draufgegangen.

Die Strömung bei Darwin wird durch den Felsen geteilt, die Auf-Abwärtsströmung ist hier weniger stark vorhanden, dafür ist die Oberflächenströmung teilweise sehr schnell und treibt einen in kürzester Zeit weit aus dem Gebiet heraus. Flagge zeigen ist hier angesagt, zur Not den ENOS-Sender aktivieren.   

Tauchplätze:
Die Tauchplätze selber liegen auf mind. 20m, meist im Bereich 25m bis 30m. Oberhalb 20m ist offenes Wasser mit zum Teil extremer Strömung. Man muss also schnell runter um sich an den Felsen festzuhalten bzw. im "Windschatten" einen günstigen Platz zu suchen.

Da hier meist bis zu 4 Tauchgänge pro Tag durchgeführt werden, ist Nitrox Pflicht! Spätestens ab dem 2. Tauchgang ist die Grundzeit in 30m Tiefe mit normaler Pressluft zu gering; Deko ist hier sehr schnell erreicht. Bei den herrschenden Strömungsverhältnissen kann aber keine sicher Dekozeit auf z.B. 6m abgesessen werden. Sogar die obligatorischen 3 Min. Sicherheiststop waren schon öfters problematisch und wurden zum Teil auch stark gekürzt oder ganz ausgelassen, weil es einfach nicht machbar war.

Schon beim Abtauchen wird bei starker Strömung die Gruppe bzw. die Buddyteams zerrissen. Man sollte also damit klar kommen, mitten in starker Strömung plötzlich ganz alleine zu sein. Fast alle meiner Tauchgänge dort waren streng genommen Solotauchgänge; irgendwann zum Ende des Tauchgangs hat man sich von den schützenden Felsen gelöst und treiben lassen, dabei bildeten sich wieder Buddyteams bzw. Gruppen.   

Fotografieren an beiden Plätzen:
Achtung! Beim Abtauchen ist keine Zeit, nach der Rolle rückwärts vom Zodiac sich die Kamera anreichen zu lassen. Die Strömung lässt das nicht zu, man ist sofort weit weg vom Boot. Also mit Kamera! ins Wasser rollen und sofort auf Tiefe gehen.
Wolf und Darwin sind (fast) reine Weitwinkelpätze. Es gibt zwischen den Felsen zwar auch Kleinkram sowie Muränen, Octopusse usw., aber nicht so spektakulär, das man deswegen ein Macro-Objektiv aufsetzt - obwohl auch Nahaufnahmen von einem Walhai interessant sein können...
Ich hatte ein 12-24mm WW Zoom dabei (Cropfaktor 1,5), das war eine gute Wahl. Ein Fisheye wäre auch nicht schlecht gewesen.   



Einzelbeschreibung der Tauchplätze


Playa Orocha (San Cristobal)
Dieser Platz wird von div. Safarischiffen zum CheckDive (Bleicheck) angesteuert; er ist der erste Tauchgang einer Safari, die in San Cristobal startet und liegt "gleich um die Ecke" der Wreck Bay.

Der Platz ist nur rund 8m tief, besteht unter Wasser hauptsächlich aus Felsen. Als einziges Highlight gibt es hier Seelöwen in jeder Menge, die mit den Tauchern allerlei Schabernack treiben. Ansonsten unspektakulär.

Ostküste (Mosquera Island)
Auf dem Weg von San Cristobal nach Wolf und Darwin hatten wir zwei Tauchgänge an diesem Platz. Felsenlandschaft, nicht sehr tief, schlechteste Sicht, absolut nichts zu sehen. Normalerweise sind hier jede Menge Seelöwen, die Fische jagen, aber die hatten wohl gerade Siesta...


Wolf Island
Diese Insel ist der erste von zwei außenliegenden Inseln, die rund 260km von der letzten bewohnten Insel entfernt liegen; die zweite ist übrigens "Darwin".


Wof Island hat mehrere Tauchplätze zur Auswahl. Korallen kommen so gut wie gar nicht vor. Die Plätze bestehen aus Felsen (ab ca. 20m) und Sandflächen. Die interessante Tiefe der Tauchplätze liegt bei rund 30m, oberhalb 20m ist nichts außer offenes Wasser.
 
An Großfisch gibt es hier Thunfischschwärme, Adlerrochen, Delphine sowie Haie (Hammerheads, Galapagoshaie, Seidenhaie, Walhaie). Im Sandboden jede Menge an Röhrenaalen, dazu Schildkröten und eine kleine Population nur hier lebender Seelöwen.

Die Wassertemperatur ist hier etwas wärmer als im zentralen Inselgebiet von Galapagos; wir hatten im Mai 2010 24° an den Tauchplätzen.

Die Sichtweiten lagen im Mai 2010 bei ca. 10m bis 15m, teilweise etwas darüber. Sie sind hier generelle etwas besser und beständiger als bei Darwin Island. 

Strömung wurde weiter oben schon beschrieben - zum Teill recht heftig...


Darwin Island
nach Meinung vieler weitgereister Taucher ist Darwin Island der beste Tauchplatz der Welt!

Es gibt dort nur einen einzigen Tauchpatz, gleich am Fuße des Torbogens. Auch hier keine Korallen, der Platz besteht aus Felsen (ab ca. 20m) und einer mittigen Sandfläche. Die interessante Tiefe liegt bei rund 30m, oberhalb 20m ist nichts außer offenes Wasser.


Trotzdem wird der Platz nie langweilig, trotz 3 Tagen Aufenthalt mit 4 Tauchgängen pro Tag - es ist einfach grandios. Während eines einzigen Tauchgangs kann man mit Glück, und das hat man hier öfters, riesige Schulen von Haien aller hier vorkommenden Arten sehen, inkl. Walhaien. Wir saßen gut 15 Min. zwischen den Felsen und an uns vorbei schwammen hunderte von Haien, das nahm einfach kein Ende...


Dazu große Schwärme von Adlerrochen, verschiedenen Thunfischarten, Makrelen, kleinen Riff-Fischen, Schildkröten; zwischen den Felsen riesige Muränen, Octopus und alle möglichen Arten von tropischen Fischen in zum Teil nie gesehener Größe (hier ist Fischen verboten, da können die wachsen). Beim Auftauchen kamen 3 Orcas (Vater, Mutter und Kind) und beschnupperten uns...

Unbedingt bei Haisichtungen zwischen den Felsen bleiben. Nicht weil die Haie für uns gefährlich sind (die tun uns nichts), sondern weil sie sehr scheu sind und sofort verschwinden, wenn ein Taucher sich aus der Gruppe löst und auf die offene Sandfläche schwimmt. Das ganze Rudel ist dann für den Rest des Tauchgangs nicht mehr sichtbar. Sind von vornherein keine Haie sichtbar, kann man quer über die Sandfläche (mit vielen Sandaalen) zu einer kleinen Felsengruppe schwimmen, hier gibt es u.A. Schildkröten.

Cousins Rock
Dieser Platz liegt im Norden der Insel Bartolome und wird von den Aggressor Schiffen auf der Rückfahrt von Wolf und Darwin kommend, angefahren.
Der Tauchplatz ist eine Steilwand mit Korallen im oberen Teil. Hier lohnt sich ein Macro-Objektiv, es gibt Kleinkram... Schnecken, Seepferdchen bis 15cm Größe, Frogfish, Langnasenbüschelbarsch usw. usw., dazu kommen Seelöwen und Schildkröten. 

Aber auch ein Blick ins Blau lohnt sich mitunter; dort patrollieren Riffhaie, Hammerheads und Adlerrochen.

Strömung ist moderat bis kaum vorhanden, die Sichtweiten lagen bei 15m bis 20m.

Gordons Rock
Das ist der letzte Tauchplatz der ganzen Safari. Ein sehr guter Platz mit einem Kanal, Hammerhaie, Makrelenschwärme und auch sonst Fisch ohne Ende; hier explodiert das Leben unter Wasser. Die Sichtweite im Mai 2010 lag bei 10m bis 15m, Strömung war recht stark..




 

 

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