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Reisefotografie - Reiseberichte - Tauchreisen - Unterwasserfotografie |
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Reisebericht Galapagos 2010
“Yeah man, that´s what
we paid for!”
Zurück zum Schiff. Auf dem Tauchdeck gab es
rund herum Klemmhalterungen für die 12L Aluflaschen, wo die
voll aufgerödelt auch bei stärkstem Seegang fest
verankert standen. Die auf vielen Schiffen obligatorischen
Plastikkisten für den Kleinkram gibt es hier nicht; die
Sitzflächen vor den Flaschen waren hochklappbare Deckel,
darunter das Fach für Flossen und Kleinkram. Alles aus solidem
Stahl, für die Ewigkeit gebaut. So muss ein Tauchdeck
aussehen! Keine bei stärkerem Wellengang herumfliegenden
Plastikkisten. Eine kleine Treppe hoch und schon stand man vor zwei
Kameratischen; von hier aus konnte man gut das Tauchdeck
überblicken. Bei jedem Kameratisch ist ein Schlauch mit einer
Luftdüse, zum Ausblasen des Equipments. Rechts und links geht
es zum Vorschiff, vorbei an der Tür zum Salon. Auf dem
Vorderdeck steht noch ein großer Wirlpool.
Die Sicht beim Checkdive war schlecht, der Tauchplatz max. 7m tief, als einziges Highlight gab es hier die überall anzutreffenden Seelöwen, die mit den Tauchern spielten. Einer Mittaucherin öffnete ein verspielter Seelöwe das Haarband… die waren wirklich gut drauf. Die beiden nächsten Tauchgänge (Tauchplatz „Ostküste“ bei der Insel Mosquera Island) waren nichtssagend – schlechte Sicht, unter Wasser gab es absolut nichts zu sehen – ok, man wurde nass, das war´s denn auch schon. Aber deswegen waren wir ja auch nicht da – Wolf und Darwin hieß das Ziel! Tauchen auf Galapagos ist in erster Linie Wolf und Darwin - für alles andere lohnt weder die lange Anfahrt noch der Preis. Ach ja, getaucht wird grundsätzlich vom Schlauchboot aus. Ins Wasser ist ja einfach – Rolle rückwärts und man ist drin… zurück ins Boot erfordert da schon etwas Übung, eine Leiter zum Einsteigen gibt es da nicht… ich habe drei Tage gebraucht, um ohne Hilfe in das Schlauchboot zu kommen. Aber die Crew ist auch hier absolut professionell. Der Fahrer des Zodiaks weiß trotz aufgewühlter See immer, wo die Taucher alle gerade sind. Auch die Hilfestellung beim Einsteigen ist super, da kommt jeder rein. So kamen wir dann nach einer durchfahrenen Nacht am Morgen des 3. Tages bei der Insel Wolf an. Hier ging es nach dem Frühstück auch gleich ins Wasser. Der Tauchplatz hatte den einfachen Namen „The Point“ – war aber alles andere als einfach… Wir mussten sehr schnell auf mind. 20m runter, darüber ist offene See mit starker Strömung, nirgends etwas zum festhalten. Wer da abgetrieben wird, muss den Tauchgang sofort abbrechen und sich auffischen lassen; die ENOS Sender haben wir nicht zum Spaß mitbekommen… man ist zu schnell zu weit weg bei gut 10km/h und mehr Strömungsgeschwindigkeit… Aber dieser erste richtige Tauchgang wird uns unvergesslich im Gedächtnis haften bleiben. Schon beim Abtauchen war die Strömung derart heftig, dass sie mir laufend die Maske geflutet hat. Dazu riss sie mir zweimal die Spring Straps von der Ferse (ich habe die dann wieder an Bord härter eingestellt, dann gab es nie wieder Probleme). Also mit vollgelaufener Maske runter und einen Felsen zum Festhalten gesucht. Dort die Maske neu justiert, Kopfhaube runter, Flossenband wieder ran… da war dann auch schon die Luft so weit runter, das wir wieder hoch mussten. Jacket aufgeblasen, aber es ging nicht hoch! Also noch zusätzlich paddeln – wir hatten gerade eine Strömung erwischt, die uns voll nach unten riss! Doch urplötzlich wechselte die Strömung und wir schossen mit vollgepumpten Jacket nach oben – schnell Luft raus… bei einem eventuellen Dekotauchgang war an eine einigermaßen geregelte Dekopause bei diesen Verhältnissen nicht zu denken. Ach ja, und wo mein Buddy war, wusste ich schon beim Abtauchen nicht mehr… die Strömung reißt hier die Teams schnell auseinander. Kein Grund, den Tauchgang abzubrechen, irgendwann kommt schon jemand vorbeigeflogen, den nimmt man dann als Buddy… wenn nicht, taucht man solo weiter. Unter diesen Bedingungen darf man davor keine Scheu haben. Wir kamen alle fast zeitgleich oben an, der Amerikaner Ron stieß hier den Spruch aus, der auf der ganzen Reise zum geflügelten Wort wurde „Yeah man, that´s what we paid for!“. Wir hatten zwar alle so gut wie nichts gesehen und nur mit den Verhältnissen gekämpft, aber es war einfach geil... Da wir hier und bei Darwin täglich 4 Tauchgänge hatten, wechselten wir alle sofort auf Nitrox 32. Das kostet zwar Aufpreis (US$ 7.- pro Tauchgang oder pauschal US$ 100.- die ganze Reise), aber nur mit normaler Pressluft wäre das weitere Tauchen hier unverantwortlich. Jeder Tauchplatz bei Wolf und Darwin (Darwin hat nur einen einzigen) ist gleich aufgebaut: sofort runter auf mind. 20m, meist ist man aber so auf 25m bis 30m, dann den ganzen Tauchgang dort bleiben – das sind dann klasse Grundzeiten, wenn man nur mit gepresster Luft unterwegs wäre… Der Aufstieg beginnt, obwohl m an „nur“ aus rund 25m einfach hoch muss und auch nur die 3 Min. Safetystop einlegt, bei rund 80 Bar, spätestens 70 Bar. Durch die extremen Bedingungen kommt man nach dem Safetystop manchmal mit rund 30 Bar oben an… wer also meint, erst ab 50 Bar geht es nach oben, kann ein Problem bekommen. Zumindest gibt es mit Nitrox auch beim 4. Tauchgang unter diesen Bedingungen keinerlei Probleme hinsichtlich Deko; das hat schon was. Sehr interessant übrigens der dritte Tauchgang bei Wolf Island; am selben Platz wie der erste, nur rund 4,5 Std. später… fast keine Strömung; ok, für Galapagos fast keine… beim ersten Tauchgang hat es uns da fast zerrissen. Nach einem Tag bei Wolf Island fuhren wir weiter nach Darwin (rund 2 Std. Fahrt). Hier gibt es nur einen einzigen Tauchplatz; ziemlich direkt am Fuße des berühmten Torbogens. Der Tauchplatz ist auch recht einfach gehalten: eine große Sandfläche, davor eine Reihe Felsen, wo man sich gut festhalten kann um die Sandfläche zu beobachten. Und da kommen dann die Hammerhaie – rund 10 Min. kam ein ganzes Rudel an uns vorbei, Hammerhaie, Galapagoshaien und Seidenhaien zu hunderten. Wenn man aber die Felsen verlässt und Richtung Sandfläche taucht, sind die Haie sofort verschwunden; die haben nämlich eine Scheu vor Menschen (wer Menschen kennt, weiß warum…). Auf der Sandfläche gibt es eine riesige Kolonie Sandaale, die auch, anders als z.B. in Ägypten, Taucher sehr nahe heran lassen bevor sie im Sand verschwinden, gut für Fotografen. Ach ja, und auch hier wieder Schildkröten ohne Ende. Man merkt deutlich, dass die hier auf Galapagos geschützt sind. Ich habe noch nirgends auf der Welt so viele Meeresschildkröten gesehen wie hier. Zum krönenden Abschluß kamen dann noch drei Orcas, zwei Erwachsene mit Kind. Die beäugten uns aus nächster Nähe und hatten auch vor Schnorchlern keine Scheu. Tauchen bei Darwin ist der absolute Hammer. Bei Wolf und Darwin bleibt das Schiff drei Tage. An den ersten beiden Tagen stehen je 4 Tauchgänge auf dem Programm, am dritten Tag drei. Dann geht es gegen die Strömung zurück; die Rückfahrt dauert daher ein paar Stunden länger (Abfahrt 16:00 Uhr ab Wolf, Ankunft Nähe Santa Cruz am nächsten Morgen ca. 10:00 Uhr). Und was gab es da zu sehen? Bei Wolf hauptsächlich Adlerrochen in Schwärmen. Dazu Schildkröten ohne Ende, ein paar Haie, u. A. auch einen Walhai. Aber für Haie war dieser Platz nicht so gut, da ist Darwin eindeutig besser (siehe oben). Leider war die Sicht bei Darwin etwas schlechter, sie wechselte auch während eines Tauchgangs recht stark in die eine oder andere Richtung (zwischen 5m und max. 15m). Aber bei der Strömung und Sandboden wie bei Darwin ist es kein Wunder; der Sand wirbelt halt auf. So war die Sicht bei Wolf (ohne große ausgeprägte Sandfläche) besser, dort lag sie so um die 10m bis 20m.
Auf der Rückfahrt gab es noch zwei
Tauchgänge bei der Insel San Salvador (neben Santa Cruz),
Tauchplatz „Cousins Rock“. Hier gibt es eine
herrlich bewachsene Steilwand mit Kleinkram. Seepferdchen,
Schaukelfische, Schnecken usw.. Am letzten Tag noch ein letzter
Tauchgang bei „Gordons Rock“ (South Plaza Island).
Etwas Hai und Schildkröte, dazu Seelöwen, aber nichts
Spektakuläres. Links: Galapagos Reisen Tauchreisen "Tauchertraum"
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