|
Reisefotografie - Reiseberichte - Tauchreisen - Unterwasserfotografie |
|
|
|
- Osterinsel und Tauchen -
Die Vorstellung, im klarsten Wasser der Welt zu tauchen ließ mich natürlich nicht ruhen. Unter Tauchern ist die Osterinsel wegen ihrer Sichtweiten weltberühmt, 40m bis 60m sind normal, einige Taucher sprechen sogar von 100m. Das Wasser ist so klar, weil es keine Industrieabwässer und kaum Plankton gibt. Die Abgeschiedenheit der Insel vom nächsten bewohnten Land tut ein Übriges; kein Dreck schwimmt soweit...
Gleich bei meiner Ankunft ging ich zu den beiden Tauchbasen am kleinen Bootshafen - Orca Diving und Mike Rapu Dive Center. Mike Rapu, ein waschechter Rapa Nui, ist der Neffe eines Freiheitskämpfers von Rapa Nui, erfolgreicher Hotelier und ehemaliger Tieftauch-Meister von Südamerika; er spricht übrigens fast perfekt Deutsch. Er hat auch an einer Stelle im Meer einen nachgebauten Moai versenkt, heute ein beliebter Tauchplatz. Leider war ich zu einer schlechten Zeit auf Rapa Nui - es war Winter, die See war sehr unruhig. An ein Rausfahren der kleinen Boote war nicht zu denken. So war auch bei beiden Basen der gleiche Spruch zu hören "no diving today". Dafür waren die Einheimischen am Surfen wie die Weltmeister.
Am dritten Tag hat es dann endlich doch für
einen kurzen Tauchgang geklappt. Unser Tauchplatz lag bei den Motus,
zwei kleinen Felseninsel im Süden von Rapa Nui. Die Fahrt dauerte auch
nicht lange, nach rund 10 Min. waren wir da und ließen uns
aus dem Boot ins Wasser
fallen. Wir tauchten langsam bis auf 40 m in das unwahrscheinlich
klare Wasser herunter. Vielleicht noch einmal so tief schien irgendwo
dunkel der Grund durch, sonst fehlte jeder Bezug, jede Orientierung.
Ganz weit oben schien die Sonne durchs klare Wasser, man sah deutlich
die Brandung, von unten betrachtet. Ab und zu flog ein Vogel über das
Wasser - die Sichtweiten und die Klarheit des Wassers war unheimlich,
das waren weit über 50m! Die Unterwasserwelt ist aber wegen der Überfischung recht spärlich, wenn man z.B. das Rote Meer, Thailand oder andere tropische Ziele als Vergleich nimmt. Die Unterwasser-Landschaften sind aber grandios: Felsentäler, Höhlen und Canyons. Kein Riff, aber trotzdem gibt es auch Tauchplätze mit einigen sehr große Korallenarten; wir sahen keine. An Fischen war leider nicht viel los; es gab eine große Muräne, ein paar Trompetenfische, ein paar Igelfische und etwas von dem üblichen herum schwimmenden Kleinkram - das war´s denn schon. Ach ja, und eine Schildkröte zog etwas weiter vorbei. Die Riesenschildkröten sind eine Unterwasser-Attraktion von Rapa Nui. Sie galten den Einheimischen schon immer als heilig. Weil sie zwar weit ins Meer hinaus schwimmen, zum Eier legen aber an Land kommen, zeigten sie so den polynesischen Seefahrern den Weg durch die Weite der Südsee. Heute schwimmen die Schildkröten zum Teil jeden Nachmittag im Hafenbecken des kleinen Bootshafens herum und suchen ins Wasser geworfene Essenabfälle. Sie lassen sich auch durch Schwimmer oder Schnorchler nicht aus der Ruhe bringen.
Die Wasser-Temperatur lag so 20°, sie soll auch in der Hauptsaison (Sommer) nicht viel darüber liegen. Einige Tauchplätze haben aber deutlich wärmeres Wasser (>24°), sie liegen im Bereich einer warmen Meeresströmung. Dort gibt es dann auch Korallen von zum Teil recht großen Ausmaßen.
Wer seine Ausrüstung nicht um die halbe Welt schleppen will, kann sich bei den Tauchbasen eine leihen. Meine Leihausrüstung war voll ok, alles gut gepflegt und sehr gutem Zustand. Ich hatte nur meine eigene Maske mit (wegen der optischen Gläser). Wer einmal spontan Schnorcheln gehen möchte, kann sich auch eine Schnorchelausrüstung leihen. Mir war bei den Wassertemperaturen allerdings nicht danach...
Leider habe ich auch keine Unterwasserfotos machen können. Ich wollte nicht wegen einem oder ein paar Tauchgängen mein großes SLR Alugehäuse um die halbe Welt schleppen und habe daher zum Tauchen eine kleine Kompaktkamera mit UW-Gehäuse mit gehabt. Leider hat die eine Macke und geht ab und zu nicht an, dann muss man den Akku rausnehmen, wieder rein, dann geht es meist. Genau das passierte natürlich bei dem einzigen Tauchgang hier unter Wasser... nur kommt man da an den Akku nicht ran, ohne die Kamera zu fluten... shit happens.
Aber man muss ja schließlich auch einen Grund haben, noch mal wieder zu kommen. Nur dann mit dem großen Gehäuse; keine kleine Kompaktkamera kann diese Weite und Klarheit unter Wasser auch nur annähernd wiedergeben, dazu braucht man zwingend ein Weitwinkel-Objektiv (am besten ein Fisheye) mit entsprechendem Domport. Von daher war der Ausfall meiner kleinen Knipse soo schlimm denn auch wieder nicht.
Tauch-Links zur Osterinsel
|