toebert.de

Reisefotografie - Reiseberichte - Tauchreisen - Unterwasserfotografie

Startseite

Bildergalerien

Reiseberichte/Infos

- CHILE -

Fotografie

Tauchen

Gewässerkunde

UW-Bildlexikon

Downloads

Links

 

Impressum

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

- Infos zur Osterinsel -

 

Lage

...in the middle of nowhere...

 

Rund 3800km vom chilenischen Festland aus (oder etwas über 5 Std. Flug) liegt einsam mitten im Pazifik eine kleine Insel - Rapa Nui oder Osterinsel. Die nächste bewohnte Insel kommt dann knapp 2000km weiter (Pitcairne), die nächste mit einem Flughafen ist Tahiti, noch mal weitere 2200km über der unendlich scheinende Wasserwüste. Die Osterinsel (spanisch Isla de Pascua, polynesisch Rapa Nui) ist der isolierteste Fleck der Welt; nirgends gibt es einen Ort, der weiter von einer anderen menschlichen Ansiedlung entfernt liegt.

 

Karte der Osterinsel am Rano Raraku Eingang

 

 

Einwohner
Es gibt so ungefähr 3700 Einwohner, wobei inzwischen sehr viele vom chilenischen Festland "eingewandert" sind. Die Ureinwohner machen nur noch knapp die Hälfte der Gesamtzahl aus.

Die Einwohner wohnen fast ausschließlich in Hanga Roa; das war bis vor kurzem politisch so gewollt. Inzwischen dehnt sich die Stadt aber immer weiter aus, hat aber immer noch einen sehr dörflichen Charakter.


Sprache
Die Bewohner der Osterinsel sprechen neben Spanisch auch Rapa Nui. Mit Englisch kann man sich aber meist recht gut verständigen, es sprechen fast alle mehr oder minder gut.


Zeitverschiebung
Im Zeitraum vom zweiten Samstag im Oktober bis Ende März: Mitteleuropäische Zeit (MEZ) -6 Stunden;
im Zeitraum vom zweiten Samstag im April bis Ende September: Mitteleuropäische Zeit (MEZ) -8 Stunden (bedingt u.A. durch die europäische Sommerzeit);
in dem dazwischen liegenden Zeitraum: MEZ -7 Stunden.
Der Zeitabstand von -2 Stunden zum chilenischen Festland ist politisch bestimmt und entspricht nicht dem natürlichen Zeitraum (der währe -4 Std.). So stimmt die Uhrzeit nicht mit der tatsächlich erlebten überein, was man morgens beim Aufstehen, bei der "Mittagssonne" und Abends beim Sonnenuntergang sehr schnell feststellt.


Netzspannung
220 Volt Wechselstrom, 50 Hertz.
Die flachen Eurostecker passen in die meisten Steckdosen. Da in Chile jedoch auch der Steckertyp L mit dickeren Kontaktstiften verwendet wird, ist die Mitnahme eines Adapters zu empfehlen.

Der Strom kann in der Hauptsaison ab und zu ausfallen, wenn z.B. viele Klimaanlagen laufen. Normalerweise ist die Versorgung aber stabil.


Post
Die Post nach Europa ist in der Regel 10 - 14 Tage unterwegs. Briefkästen gibt es nicht, aber ein Postamt an der Verbindungsstrasse von der Hauptstrasse runter zum kleinen Bootshafen; da auf der linken Seite (ein etwas verblichenes Schild Correos = Post). Hier kann man sich für 1 US$ sehr schöne Stempel in den Pass machen lassen. Da die Osterinsel zu Chile gehört, bekommt man sonst keinen (ist ja ein Inlandsflug).
 

Telefon/Mobilfunk/Internet
Die Ländervorwahl von Deutschland, Österreich und der Schweiz nach Chile ist 0056, von Chile nach Deutschland wählt man 0049, nach Österreich 0043 und in die Schweiz 0041. Zum Teil sind die Telefonate vom Hotel billiger als z.B. mit dem mitgebrachten Mobiltelefon und den in Deutschland üblichen Roaming-Gebühren. Ein Vergleich lohnt sich da schon.

NOTRUFNUMMERN: Polizei (carabineros) 133, Unfallrettung 131, Feuerwehr 132.


Mobilfunk
Netztechnik: GSM 1900.
Derzeit gibt es Roamingverträge mit Anbietern in Chile von T-Mobile, E-Plus, O2 und Vodafone.
GSM 1900-fähig sind Triband- oder Quadband-Handys.

Das Mobilfunknetz deckt auf der  Osterinsel nur die Hauptstadt Hanga Roa ab; außerhalb der Hauptstadt gibt es kein Mobilfunknetz, da müsst ihr trommeln...
 

Internet
Länderkürzel: .cl
Es gibt auf der Hauptstrasse (Atamu Tekena) drei Internetcafes (eins sogar mit WLAN) mit mäßig schnellem Zugang (schwankt nach Anzahl der Benutzer). Eine Stunde kostete im August 2007 1000 Pesos (ca. € 1,50), 500 Peso waren Mindestgebühr. Auch eine GSM-Datenkarte funktioniert (GPRS), hier ist die Geschwindigkeit aber mit 57kBit/sec. recht langsam - über dem Roaming Preis liegt da eh der Mantel des Schweigens... sollte nur für Notfälle sein oder Lottomillionäre.

 

Geld

Die Hauptwährung ist der Chilenische Peso (Zeichen = $). Als Zweitwährung hat sich der US$ durchgesetzt; er wird überall genommen (Zeichen= US$). Es werden nicht überall Kreditkarten akzeptiert. So wird als Pfand für einen Leihwagen eine Kreditkarte benötigt, bezahlt wird der Wagen aber hinterher in Bar! Auch das Hotel habe ich in Bar bezahlt.

Geld tauschen kann man in einer Wechselstube an der Hauptstrasse (nur im Sommer geöffnet) oder bei der einzigen Bankfiliale in einer der Nebenstrassen Richtung Meer. Hier gibt es einen 24 Std. Automaten, er nimmt auch Maestro-Karten, also normale Bankkarten, der kann aber schon mal gestört oder auch leer sein.... Trotzdem ist damit das Abheben am günstigsten, bei Kreditkarten kommen zu viele Gebühren hinzu und für Traveller-Checks werden auch recht hohe Gebühren genommen.

Nehmt am besten ausreichend Bargeld mit, in den meisten Hotels gibt es dafür übrigens einen Safe, entweder bei der Rezeption oder in den einzelnen Bungalows/Zimmern.

 

Öffnungszeiten
Auf der Osterinsel ist, zumindest in der Nebensaison (bei uns Sommer) Sonntags fast alles zu; bis auf ein paar kleine Läden und einen kleinen Supermarkt an der Hauptstrasse. Auch die Restaurants haben Sonntags fast alle geschlossen. Werktags haben die Geschäfte 10:00 bis 12:00 und ab 16:00 geöffnet, Mittags ist meist Ruhe.

In der Hauptsaison, wenn mehr Touristen auf der Insel sind, haben auch die Läden verstärkt geöffnet.


Kleidung
Für einen Besuch der Osterinsel sollte man das ganze Jahr über sowohl unempfindliche Sommerkleidung und Sonnenbrille als auch wärmere Kleidungsstücke sowie eine Regenjacke mitnehmen. Für Ausflüge ein paar Schuhe extra einpacken, die Wege sind nach Regenfällen schlammig...

Regnen kann es auch in der trockenen und heißen Hauptsaison immer wieder einmal.

Unbedingt auf ausreichenden Sonnenschutz achten - die Sonne ist auch bei bewölktem Himmel sehr stark und erfordert mehr Schutz als es aussieht.
 

Sicherheit

Auf der Osterinsel ist Kriminalität gegenüber Touristen völlig unbekannt - wenn überhaupt beklauen sich die Touristen höchstens gegenseitig...

 

Hinkommen
Ab Santiago mit LAN Chile (die haben das Monopol) oder ab Tahiti. In Santiago ging das Einchecken blitzschnell, trotz dreifacher gefalteter Warteschlange. Die haben einfach 8 Schalter aufgemacht und in 10 Min! war ich durch. Ich hatte die ganze Reise sehr kurzfristig gebucht (2 Wochen vorher), daher hatte ich kein gedrucktes Ticket, sondern hatte ein eTicket, die Bordkarte gab es am Automaten oder beim Einchecken gegen Vorlage der Kreditkarte - da hatte ich ja schon Befürchtungen. Alles kein Thema, Kreditkarte auf den Tresen, Spruch aufgesagt und durch. Zurück genauso, völlig problemlos, unbürokratisch und schnell. Wer übrigens auf der Osterinsel den Flieger im Anflug fotografieren will, nicht wie alle die Kamera Richtung Chile (Osten) aufbauen, der Flieger kommt von Westen (aus Tahiti) und landet hier nur zwischen.

 

Ankommen: man landet auf einer riesig langen Piste, die Osterinsel ist von der NASA als Notlandeplatz für die Raumfähre vorgesehen und entsprechend wurde der kleine Flughafen ausgebaut. Die Piste durchschneidet die Insel quasi im Süden von einem Ende zum Anderen. Die Infrastruktur ist für eine Weltraumfähren-Landung ausgelegt, das Bodenpersonal ist entsprechend geschult und mit einer großen Passagiermaschine eigentlich unterfordert... so ist dieser Flughafen einer der besten und sichersten der Welt - auf einer kleinen Insel mitten im Nirgendwo.
 

Verkehr

Die Insel selber erschließt sich dem Besucher am besten mit einem Leihwagen. Es wirft sich zwar die Frage auf, warum braucht man auf einer Insel, die vom Süden bis zum Norden rund 25km lang ist und hauptsächlich nur an einer Stelle - der Hauptstadt Hanga Roa - auf einer Fläche von 2x2km bewohnt ist, überhaupt Autos... trotzdem gibt es jede Menge davon (ca. 1000). Aber als Tourist kommt man anders, gerade bei Regen (und den gibt es öfter als man denkt) nicht zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten. Viele Einheimische leben auch noch von der Landwirtschaft und die findet außerhalb der Hauptstadt statt. Ok, viele haben dann noch ein Auto, weil es toll ist - brauchen tun die es wahrscheinlich überhaupt nicht. Das sieht man den Autos aber auch an - je schrottiger, desto mehr wird es auch tatsächlich benötigt; die protzigen Schau-Geländewagen (die nie Gelände sehen) gibt es aber vereinzelt auch hier...

Und wenn in der rauen salzhaltigen Seeluft das Metall mal wegrostet, wird mit Hilfe von Sperrholz nachmodelliert - ein deutscher TÜV-Prüfer würde wohl tot umfallen, wenn so ein Auto hier zur Prüfung vorfahren würde... man sieht zum Teil komplett verrostete Jeeps, die nur von Klebeband, Plastikfolien und Holzteilen zusammengehalten werden - aber die Maschine läuft noch 1a...

...der ist noch fast neuwertig...

 

Fragt in eurem Hotel nach einer guten und günstigen Autovermietung. Ein kleiner Daihatsu Jeep (Allrad sollte es schon sein) kostet pro Tag US$ 60.- all inclusive, mehr ist zu teuer. Meine Vermietung lag an der Hauptstrasse rechts hinter dem letzten Internetcafe (Richtung Norden betrachtet). Als "Pfand" benötigt ihr die Kreditkarte, den Zettel bekommt ihr am Ende der Leihzeit wieder zurück. Bezahlt wird aber am Schluss in Bar! Also ausreichend Bargeld mitnehmen. Die Leihwagen sind übrigens meist alle in einem wirklich guten Zustand.

Ansonsten gibt es sehr viel Taxen. Ausflüge kann man auch mit einigen Touranbietern machen, es gibt die auch deutschsprachig.

 

Hotels und Unterkünfte

Hotels bzw. Bungalow-Anlagen gibt es viele auf der Insel. Wer individuell reist, kann sich im Voraus am besten ein Hotel im Internet buchen, viele Hotels haben eine eigene Webseite und sind mehr oder minder direkt buchbar. Ich hatte recht kurzfristig das Hotel Gomero per Mail gebucht, es hat anstandslos geklappt.

 

Man muss aber auf der Osterinsel seine Ansprüche etwas herunterschrauben. Hier wird alles per Flugzeug oder mit dem 2x jährlich kommenden Frachtschiff auf die Insel gebracht. Die Hotels sind dort sehr einfach, viel in Holz (Sperrholz) gebaut mit Wellblechdächern, aber sehr liebevoll mit Pflanzen, Figuren, geschnitzten Bäumen als Träger und Wandzeichnungen  dekoriert. Man hat auf der Insel halt nicht so viel und macht das Beste daraus; also hier bitte keine deutschen Maßstäbe ansetzen. Achtung! Viele Hotels wollen Barzahlung (siehe auch unter "Geld").

 

In der Nebensaison hatte übrigens das Hotelrestaurant geschlossen, die wollten wegen einem einzigen Gast wohl nicht den Herd anfeuern. Das Frühstück war auch recht spartanisch, aber das war landestypisch - andere Länder, andere Sitten...

 

Essen und Trinken

La Taverne du Pecheur

...und von Innen sehr rustikal...

 

In dem kleinen Restaurant "du Pecheur" am Bootshafen kann man sehr gut essen, auch in dem Restaurant an der gegenüber liegenden Ecke.

An der Hauptstrasse gibt es viele kleine Restaurants, da muss man etwas aufpassen oder erstmal auf den Nachbarteller schielen. Ein Restaurant z.B. (mit einer handgeschriebenen fast unleserlichen Speisekarte) hat recht gute Hamburger - die kommen aber nicht in einem Brötchen, sondern (z.B. Hamburger mit Reis!) als Fleischklopps mit Reis auf einem Teller mit zwei Scheiben geröstetem Brot dazu. Zusätzlich gibt es 3 recht leckere Dippsoßen. Das war nicht schlecht... bis ich dort ein Sandwich bestellte - da war mir dann für den Rest des Tages nur Schlecht, das Teil triefte vor Fett... Also erst mal bei anderen Gästen etwas auf den Teller schielen...

In der Nebensaison haben am Sonntag übrigens die meisten Restaurants geschlossen.
 

Die Hauptstrasse in Hanga Roa, alles recht überschaubar

 

 

Einkaufen:
Mitten auf der Hauptstrasse linker Seite (Richtung Norden gesehen) ist an einer Ecke eine kleine Markthalle (Feria). Der vordere Teil ist der örtliche Markt, nur Vormittags auf und absolut sehenswert. Der hintere Teil ist ein Kunsthandwerkermarkt für Touristen. Davon gibt es noch einen sehr guten, links neben der Kirche. Erstmal beide ansehen, dann noch mal hin und gezielt kaufen.

Ansonsten gibt es recht viel zu kaufen, obwohl alles per Flugzeug oder mit dem zweimal jährlichen Versorgungsschiff auf die Insel gebracht werden muss. Mitten auf der Hauptstrasse (neben einem kleinen Supermarkt) gibt es einen Juwelier. Der hat nur Vormittags von 10:00 bis 12:00 und Nachmittags ab 16:00 auf. Hier gibt es echte wild gewachsene Perlen aus Tahiti. Ich habe eine schöne große Perle als Anhänger mit kleiner  Goldöse, die hat 95.000$ gekostet. Erstmal einen Schreck bekommen: auf der Kreditkartenabrechnung stand $ 95.000, gemeint war aber der chilenische Peso, der hat offiziell dort das $ Zeichen. Es waren also umgerechnet € 135.-. Der US$ wird übrigens auch so geschrieben=US$, der war es zum Glück nicht... Etwas weiter in einem Souvenirladen wollte der Verkäufer für eine ähnliche Perle fast das zehnfache... Also auch hier wie überall: vergleichen... (außerdem kauft man Schmuck auch nicht in einem Souvenirladen).

Die üblichen Touristenläden gibt es sonst auch, mit T-Shirts, Postkarten und vielem mehr - und überall Moais in allen erdenklichen Arten... aus Holz, Stein, Lapislazuli usw. Nur die schönen Muscheln sollte man nicht kaufen, entweder sind die geschützt und man bekommt bei der Einreise in Deutschland vielleicht Ärger; aber auf alle Fälle ist es Raubbau am Meer und muss nicht sein - und den Beteuerungen der Verkäufer nicht glauben, so viele Muscheln werden nicht leer am Strand gefunden...

 

Ausflüge/Besichtigungen

Wenn ihr pauschal unterwegs seit, versucht, auf eigene Faust los zu kommen. Mietet euch einen Leihwagen und fahrt einfach los. Verfahren kann man sich nicht, die Insel ist nur rund 25km lang und ca. 13 km breit.

 

Ihr könnt die Osterinsel auf eigene Faust genauso gut kennen lernen, wie mit einem Guide oder einer geführten Pauschaltour - ich meine, sogar deutlich besser. Ich habe die Pauschaltouristen meist nur bedauert. Die wurden in einem Minibus zu den Hauptattraktionen gekarrt, durften dort ein paar Fotos machen und weiter ging´s. Alles in einem recht eiligen Tempo, keine Zeit, mal zwischendurch spontan anzuhalten. Ich habe mit dem Jeep überall angehalten, wo es etwas zu sehen gab, dabei bin ich öfter von dem Bus überholt worden... die Leute hätten diese Freiheit sicherlich auch gerne gehabt... die schauten ganz sehnsüchtig durch die Scheiben.

 

Es gibt nur zwei große Strassen von der "Hauptstadt" Honga Roa aus: eine führt durch die Inselmitte nach Norden, die andere zweigt gleich hinter Honga Roa nach rechts ab und führt parallel zur anderen Strasse an der Küste entlang, im Norden treffen sich beide wieder. Man erkennt sie daran, daß sie asphaltiert sind. Aber gerade die Nebenstrecken, Schotter- oder Erdpisten, sind am reizvollsten.


Dann gibt es noch die kurze Zufahrtstrasse von Honga Roa am Flughafen vorbei nach Süden. Dort liegt ein Vulkankrater und ein Zeremoniendorf (Orongo); vor der Küste liegen die einzigen kleinen Inseln neben der Osterinsel: die winzigen Felseneilande Moti Nui .

 

Der Krater ist gefüllt mit einer Art Moor, hier wachsen Farne und Flechten. Die Zeremonienanlage wird von Rangern bewacht und kann gegen eine geringe Gebühr besichtigt werden. Wer auf eigene Faust dort ankommt, erhält für die Besichtigungstour eine Mappe oder Karte mit den Sehenswürdigkeiten in die Hand gedrückt; da haben es die Pauschaltouris einfacher, die bekommen das vom Guide auswendig aufgesagt...

Bei gutem Wetter ist das eine schöne Tour zu Fuß oder mit dem Leih-Fahrrad; von Honga Roa aus sind es nur ca. 2,5km.

 

Aber unbedingt auf den angezeigten Wegen bleiben; zum Einen zertrampelt man sonst die Anlage, zum Anderen verstehen die Ranger da auch keinen Spaß.

 

Schild am Eingang beim Orongo Nationalpark

Für eine Fahrt nach Norden nehmt am besten die Strasse immer die Küste entlang, zurück dann durch die Inselmitte. Wenn Ihr parallel zur Rollbahn des Flughafens Richtung Osten fahrt, biegt die Strasse am Ende der Rollbahn nach links (Richtung Norden) ab; sie verläuft dabei erst etwas im Inneren und stößt später auf die Küste Richtung Tongariki. Ihr fahrt aber nicht nach links, sondern verlasst die asphaltierte Strasse und fahrt entlang der Rollbahn die Schotterstrecke geradeaus weiter immer bis zur Küste. Diese Fahrt ist atemberaubend schön, laufend herrliche Buchten mit schäumenden Wellen, ab und zu Ruinen alter Siedlungen oder Moais. Für diese Strasse von vielleicht 6-8km (bis zur asphaltierten Hauptstrasse) habe ich fast 2 Stunden gebraucht - laufend gibt es etwas zu sehen, also anhalten und aussteigen, Fotografieren... oder einfach nur im ersten Gang langsam rollen lassen und die Landschaft genießen.

 

Irgendwann stößt ihr dann wieder auf die asphaltierte Strasse Richtung Norden.
 

Wenn ihr unterwegs anhaltet, um z.B. eine alte Ruine zu besichtigen: achtet auf die Rinderherden. Es gibt dort an sich nur eine Farm (so ungefähr in der Mitte der Insel auf dem asphaltierten Teil), aber die Rinder entpuppen sich bei näherem Hinsehen als Bullen! und die laufen ziemlich frei herum. Auch die Wildpferde (ausgewildert, aber jedes hat einen Besitzer) haben zwar meist Angst, aber manchmal reagieren die auch etwas komisch. Respektvollen Abstand halten, wenn man merkt, die mögen keine Annäherung. Ansonsten kann man sich, zumindest jetzt in der Nebensaison, völlig frei bewegen. Es gibt auch keine Schlangen oder ähnliches Getier, man braucht also auch im Unterholz oder Gras auf nichts achten.

Weiter auf der Strasse Richtung Norden kommt irgendwann ein Schild: Rano Raraku:ein Highlight auf Rapa Nui. Es handelt sich hier um den Steinbruch, wo die Moais herkommen. Am besten von der Küstenstrasse der Ausschilderung folgen. Es gibt zwei Parkplätze, ich nahm den hinteren (wo die Gebäude stehen). Von dort geht ein Fußweg zu dem Steinbruch hoch. Jetzt in der Nebensaison war ich der einzige Besucher und es hat sich niemand für mich interessiert, das Drehkreuz und ein Kassenhäuschen legen aber die Vermutung nahe, das es in der Hauptsaison Eintritt kostet.

 

Der Weg führt etwas den Berg hoch, wer will, kann dort auch abzweigen und richtig auf den Berg. Schon sehr bald sieht man die ersten Moais halb aus der Erde ragen. Sie stehen zum Teil recht schief. Ursprünglich waren es Mulden, in denen die Figuren zum Abtransport bereit standen, die Erosion hat diese Mulden mit Erde gefüllt, nun schauen nur noch die Köpfe heraus. Es gibt auch noch halb fertige Moais zu sehen, so bekommt man einen Eindruck, wie sie damals aus dem Felsen gemeißelt wurden.

 

Zurück am besten wieder zur Küstenstrasse (es gibt auch einen Weg Richtung Westen nach Anakena). Die Küstenstrasse etwas weiter hoch kommt dann die Anlage Tongariki. Hier stehen 15 Moais malerisch vor einer Bucht, am Eingang wird man schon von einem Moai empfangen und etwas weiter liegt hier der einzige auf dem Rücken liegende Moai von Rapa Nui. Diese Anlage ist ein weiteres Highlight der Insel.

 

Dann weiter die Strasse entlang (schon an der Nordküste) kommt ein kleines Schild: Ahu Te Pito Kura (Ahu heißt Plattform, die wo die Moais drauf stehen). Für die letzten Meter von der "Hauptstrasse" zu dieser Anlage ist nach einem Regenschauer Allradantrieb ein Muss, ohne geht nicht.

 

Diese kleine Anlage besteht aus ca. 3 umgestürzten Moais, aber links daneben (nicht ausgeschildert) ist der Nabel der Welt. Es ist ein kleiner Steinkreis mit einem größeren Stein in der Mitte, eingerahmt von 4 weiteren Ecksteinen. Wie alt er ist, weiß man nicht so genau. Es gibt durchaus seriöse Wissenschaftler, die der Meinung sind, er wurde von irgendeinem Esoteriker dort vor nicht allzu langer Zeit angelegt - nichts genaues weiß man. Ist aber hübsch anzusehen und wer weiß, vielleicht ist es ja tatsächlich der Nabel der Welt. Übrigens betrachten die Ureinwohner ihre Insel sowieso als Nabel der Welt...

   der Nabel der Welt...

 

Weiter Richtung Norden kommt Ihr an den einzigen richtigen Sandstrand mit richtigem Südsee-Feeling: Anakena; so mit Palmen und allem was dazu gehört - und auch einigen Moais, die respektvoll im Hintergrund stehen. Beim Parkplatz sind zwei kleine Hütten, wo man etwas zu Essen und Trinken kaufen kann. Bei der ersten Hütte gab es einen super leckeren Bananenkuchen... Zusätzlich ist dort auch ein kleiner Kunsthandwerker-Markt mit etwas Kunsthandwerk der Insel bzw. der Südsee (einige Sachen kommen aus Tahiti). In der Nebensaison kamen die sich wohl etwas verloren vor, in der Hauptsaison muss das dort aber ganz schön voll sein.

 

Viel weiter führt die Strasse auch nicht, sie zweigt jetzt ab Richtung Süden und führt durch die Mitte der Insel zurück nach Hanga Roa. Nach einigen km kommt ihr zu einem Eukalyptuswald, eher ein Wäldchen. Einfach mal anhalten und aussteigen und  tief durchatmen, das hat was richtig erfrischendes...

 

Etwas weiter südlich, schon kurz vor Honga Roa, gibt es einen Abzweig zu dem Berg Puna Pau. Hier wurden die Hüte für die Moais aus dem Felsen gemeißelt, die Moais selber kommen ja aus dem Steinbruch Rano Raraku. Wenn es geregnet hat, werdet ihr übrigens den Allrad-Antrieb zu schätzen wissen, ohne kommt man da sonst nicht hin... die letzten paar Meter sind übel bei Regen. Auch hier kann man sehr schön einen kleinen Berg (eher Hügel) hinauf wandern und den Steinbruch mit den roten Hüten besichtigen. Nur hier gibt es den roten Stein, daher meißelte man früher die Hüte hier aus dem Fels, sie sollten sich schon farblich etwas vom Rest der Moais unterscheiden... Richtung Westen hat man auch eine schönen Blick auf Hanga Roa.

 

Zurück zur Hauptstrasse seit ihr nach ein paar km wieder in Hanga Roa. Damit wäre die Inselrundfahrt beendet - eine Fahrt, die man aber locker mehrfach machen kann. Je nach Tageszeit und Lichteinfall der Sonne erscheint sie einem anders. Und auch "anders herum" ist eine Alternative: zuerst durch die Inselmitte nach Anakena, dann die Küstenstrasse entlang zurück; man "erfährt" so einen ganz anderen Blickwinkel.

 

Falls es am Vormittag mal wieder regnet (oder bewölkt ist mit Wolkenlücken), fahrt (oder geht) zur Anlage Tahai (nördlich Hanga Roa). Die Sonne kommt von Land und scheint Richtung See (beleuchtet dabei die Moais sehr schön), aber wenn ihr Glück habt, gibt es über der Anlage einen Regenbogen. Bei mir hatte es geklappt (siehe Bildergalerie). Hier steht übrigens auch der einzige "sehende" Moai. Er hat Augen, alle anderen haben in den Wirren der Jahrhunderte ihre Augensteine verloren.

 

Etwas nördlich von Hanga Roa liegt das Museo Antropologico Padre Sebastian Englert (Eintritt 1000 Pesos ~ € 1,50). Es ist etwas spartanisch ausgestattet, besteht hauptsächlich aus einem großen Raum mit vielen Schautafeln plus einigen Ausstellungsstücken. Man sollte es aber trotzdem gesehen haben, nur plant nicht zu viel Zeit dafür ein, nach 30 Min. ist man da normalerweise durch. Sehr gut lässt sich das Museum mit einem Rundgang verbinden: vom Hanga Roa aus hoch zum Museum der Ausschilderung folgen (also Richtung Kirche und dann nach Norden), dann nach dem Museumsbesuch zur Tahai-Anlage (in Sichtweite vom Museum) Richtung Meer und von dort am Friedhof vorbei (sehr interessant mit den blumengeschmückten Gräbern) zurück zur Stadt.

 

Wer übrigens viel Geld ausgeben will, aber auch ein unvergessliches Erlebnis haben möchte, unternimmt bei gutem Wetter einen Rundflug in einem kleinen Flugzeug. Früher gab es dafür einen Hubschrauber, aber der ist nicht mehr da. Dafür gibt es jetzt eine kleine Propellermaschine.

 

 

Viele Bilder von Rapa Nui gibt es hier in der Bildergalerie

 

Links zur Osterinsel

Hotel Gomero - sehr gutes familiär geführtes Bungalow-Hotel

Reiselink Chile - viele nützliche Tipps und Links zum Thema Reisen in Chile (und weltweit)

Osterinsel - sehr gute private Homepage mit Unmengen an Infos

Easter IslandFoundation - DIE umfassende Seite zur Osterinsel

 

nach oben